Teil 2 / Das System

Kapitel 4

Die Begegnung mit der Österreichischen Schule


Manche Begegnungen verändern einen, ohne dass man im Moment selbst merkt, was geschieht. Bei mir war die Begegnung mit der Österreichischen Schule der Nationalökonomie eine solche. Sie geschah nicht an einem einzelnen Tag und nicht durch einen einzelnen Autor. Sie geschah über Jahre, in einer Bewegung, die zuerst ganz still war und dann lauter und klarer wurde, bis ich irgendwann verstand, dass ich nicht einfach etwas Neues gelernt hatte, sondern in einen Denkraum eingetreten war, in dem viele Dinge plötzlich Sinn ergaben, die ich vorher nur nebeneinander hatte stehen lassen.

Wie ich im vorherigen Kapitel beschrieben habe, war Der Bitcoin-Standard von Saifedean Ammous die erste Tür, die sich öffnete. Was Ammous im Hintergrund tat, ohne dass es einem beim ersten Lesen ganz klar wird, ist die Wiederentdeckung einer ökonomischen Tradition, die in den deutschen Universitäten, in den Schulen und in den meisten Medien seit Jahrzehnten praktisch nicht mehr vorkommt. Diese Tradition heißt die Österreichische Schule. Ihr Name kommt daher, dass ihre wichtigsten frühen Vertreter in Wien gelehrt haben. Carl Menger, Eugen von Böhm-Bawerk, Friedrich von Wieser. Später Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek, Murray Rothbard. Eine Linie von Denkern, die sich über mehr als ein Jahrhundert weitergezogen hat und die heute, ausgerechnet in einer Zeit, in der ihre Erkenntnisse aktueller wären denn je, in der deutschen akademischen Landschaft fast nicht mehr stattfindet.

Mein nächster Schritt nach Ammous war kein Sprung in die Klassiker, sondern eine Brücke. Ich las das Buch von Thorsten Polleit Ludwig von Mises – Der kompromisslose Liberale. Polleit ist heute Präsident des Ludwig von Mises Instituts Deutschland und eine der wenigen Stimmen im deutschsprachigen Raum, die diese Tradition lebendig halten. Sein Buch war für mich genau das, was ich gebraucht habe. Eine Einführung in Mises, geschrieben von jemandem, der nicht nur über ihn redet, sondern ihn verstanden hat. Polleit nimmt einen an die Hand und führt durch das, was Mises wirklich gedacht hat, ohne den Stoff zu verflachen.

Von dort ging es zu Mises selbst. Human Action, das große Werk, dieses unfassbare Buch, in dem Mises versucht, die gesamte Ökonomie auf einer einzigen Grundannahme aufzubauen. Der Mensch handelt. Er hat Ziele, er hat Mittel, er wählt. Das klingt zunächst banal. Es ist aber alles andere. Auf dieser Grundannahme baut Mises eine Wissenschaft auf, die er Praxeologie nennt. Die Lehre vom menschlichen Handeln. Sie ist nicht empirisch in dem Sinne, dass sie Daten sammelt und daraus Hypothesen ableitet, wie es die Mainstream-Ökonomie tut. Sie ist logisch in dem Sinne, dass sie aus dem Begriff des Handelns selbst seine Implikationen entfaltet. So wie die Mathematik aus ein paar Axiomen ein ganzes Gebäude aufbaut, ohne dass jemand eine Studie machen müsste, um zu prüfen, ob zwei plus zwei wirklich vier ergibt.

Ich erwähne diesen Punkt deshalb so ausführlich, weil er für mich rückblickend einer der wichtigsten Aha-Momente meiner ganzen Reise war. Ich habe in der Schule und im allgemeinen Wirtschaftsteil der Zeitungen immer den Eindruck gehabt, dass Ökonomie etwas Schwammiges sei. Etwas, in dem man je nach Daten und nach Auswahl der Modelle alles begründen könne. Dass es ehrenwerte Volkswirte gibt, die das eine sagen, und andere ehrenwerte Volkswirte, die das genaue Gegenteil sagen, und dass beide ihre Zahlen haben. Das ist die typische Erfahrung mit dem keynesianischen Mainstream. Eine Wissenschaft, die behauptet, empirisch zu sein, und die in ihren grundlegenden Fragen seit Jahrzehnten keine echten Antworten gibt, weil die Daten, die sie sammelt, immer das stützen können, was gerade politisch erwünscht ist.

Die Praxeologie ist etwas anderes. Sie fragt nicht zuerst, was passiert, sondern was muss notwendig der Fall sein, wenn Menschen handeln. Aus der bloßen Tatsache, dass jemand wählt zwischen Alternativen, folgt logisch, dass er nicht alles gleichzeitig wertschätzt, dass er eine Rangordnung hat, dass er ein Ziel bevorzugt vor einem anderen. Daraus folgen weitere Erkenntnisse über Wert, über Preise, über Tauschverhältnisse, über Geld. Das gesamte Gebäude entsteht aus dieser einen Grundeinsicht. Wer einmal verstanden hat, wie das funktioniert, kann nicht mehr ernsthaft zurück zu der Vorstellung, dass Ökonomie eine Sammlung von Statistiken sei. Sie ist eine logische Wissenschaft, die ihre Sätze beweisen kann wie die Geometrie ihre Sätze beweist.

Mir war damals nicht klar, wie tief dieser Unterschied geht. Klar wurde mir das durch die Vorträge und Schriften von Dr. Andreas Tiedtke, Vorstand des Ludwig von Mises Instituts Deutschland. Tiedtke ist Jurist, kein Ökonom im engeren Sinne, und vielleicht ist das genau die Qualifikation, die ihn so gut macht. Er erklärt die Praxeologie auf eine Weise, die ich in dieser Klarheit von niemand anderem im deutschsprachigen Raum gehört habe. Er führt einen Schritt für Schritt durch die logischen Implikationen, ohne den Stoff zu vereinfachen, ohne ihn zu verwässern, ohne in Floskeln zu verfallen. Wer diese Vorträge sieht und sich darauf einlässt, kommt verändert wieder heraus. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass mir Andreas Tiedtke die letzte Tür zu dieser Denkschule geöffnet hat. Vor seinen Erklärungen hatte ich Mises gelesen. Nach seinen Erklärungen verstand ich Mises.

Wir spielen seit Jahrzehnten in unseren Volkswirtschaften nach den Regeln einer Denkschule, deren wissenschaftlicher Anspruch auf empirische Daten sehr fragwürdig ist. Wir bauen unsere geldpolitischen Entscheidungen, unsere Konjunkturprogramme, unsere staatlichen Interventionen auf Modellen, die in der Praxis immer wieder versagen, und wir tun so, als sei das alles, was wir haben. Es ist aber nicht alles, was wir haben. Es gibt seit über hundert Jahren eine alternative Tradition, die in ihrer logischen Konsistenz weit überlegen ist. Eine Tradition, die unsere heutigen Probleme so präzise vorhergesagt hat, dass man ihre Texte aus den dreißiger Jahren lesen kann und das Gefühl hat, sie seien gestern geschrieben worden. Diese Tradition wird ignoriert. Sie wird nicht widerlegt, sie wird einfach nicht erwähnt. Wenn man das einmal verstanden hat, fragt man sich, warum. Eine ehrliche Antwort auf diese Frage führt schnell in unangenehmes Terrain, denn sie hat mit Macht zu tun, mit institutionellen Interessen, mit der Frage, wem eine bestimmte Ökonomie nützt und wem sie schadet.

Parallel zu Mises kamen Hayek und Rothbard. Hayek mit Der Weg zur Knechtschaft, in dem er schon 1944 mit erstaunlicher Klarheit beschrieben hat, wohin staatliche Planung in letzter Konsequenz führt. Mit seinen späteren Arbeiten über verteiltes Wissen und über die Frage, wie eine Gesellschaft komplexe Entscheidungen treffen kann, ohne dass eine zentrale Stelle das gesamte Wissen aller Beteiligten kennen muss. Rothbard mit seinem unbestechlichen Blick auf das Geld, auf die Geschichte der Zentralbanken, auf die Frage, was es heißt, wenn der Staat das Monopol auf die Geldproduktion hat. Beide haben mein Bild ergänzt und vertieft, ohne den Kern dessen zu verschieben, was ich bei Mises gefunden hatte.

Und dann gab es da noch eine Stimme, die für mich in den letzten Jahren eine der wichtigsten geworden ist. Philipp Bagus. Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid. Schüler von Jesús Huerta de Soto. Autor mehrerer Bücher, die ich gelesen habe und die ich jedem ans Herz lege, der diese Denkschule kennenlernen will. Die Tragödie des Euro, in der er den strukturellen Konstruktionsfehler der Gemeinschaftswährung präzise analysiert. Anti-Rothbard, in dem er einige Aspekte der libertären Tradition kritisch fortdenkt. Die Ära Milei, sein jüngstes Werk, in dem er den Aufbruch in Argentinien einordnet.

Bagus hat eine Eigenschaft, die ich an wenigen Ökonomen kenne. Er kann komplexe Zusammenhänge so erklären, dass sie für jeden mitdenkenden Menschen zugänglich werden, ohne dass dabei die intellektuelle Tiefe verloren ginge. Sein Vortrag Javier Milei und der Kulturkampf, den er in München gehalten hat und der inhaltlich an sein Buch Die Ära Milei anknüpft, ist für mich richtungsweisend gewesen. Es hat mir etwas gezeigt, was ich vorher nicht in dieser Schärfe gesehen hatte. Dass die ökonomische Frage allein nicht trägt. Dass eine freie Gesellschaft auch eine bestimmte Kultur braucht, eine bestimmte Wertebasis, bestimmte Institutionen, die diese Werte tragen. Familie, Christentum, Anstand, Fleiß, Sparsamkeit, Ehrlichkeit, Liebe zur Wahrheit, Verlässlichkeit, Eigenverantwortung. Werte, die in vielen heutigen Diskursen entweder belächelt oder als reaktionär abgetan werden. Die aber, wie Bagus zeigt, das eigentliche Fundament dessen sind, worauf wirtschaftliche Freiheit überhaupt erst stehen kann.

Diese Erkenntnis hat in mir einen Prozess in Gang gesetzt, den ich rückblickend als eine Heimkehr beschreiben würde. Ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, in dem bestimmte Werte selbstverständlich gelebt wurden. Ehrlichkeit, Fleiß, Sparsamkeit, Verlässlichkeit, Respekt vor dem Älteren und vor dem Überlieferten. Sie wurden nicht ausgesprochen wie Lehrsätze, sondern sie waren da, in den Gesten der Erwachsenen, in dem, was als selbstverständlich galt, in dem, was niemand erklären musste.

Als ich aus diesem Elternhaus hinaus in die Welt ging, in die Schule, in die Medien, in die berufliche Welt, wuchs ich, ohne dass mir das damals bewusst gewesen wäre, in die Zeitströmungen hinein, die diese Jahre kulturell bestimmten. Das war keine bewusste Entscheidung. Es war das, was die meisten in meiner Umgebung dachten. Es war das, was als modern und richtig galt, und ich teilte das mit ihnen. Vieles davon hatte gute Gründe, vieles war eine ehrliche Antwort auf die Erfahrungen, die meine Eltern- und Großelterngeneration durchgemacht hatte. Aber es trug auch eine Tendenz in sich, das Überlieferte als überholt zu betrachten und alles Neue als Fortschritt.

Es hat lange gedauert, bis ich, vermittelt durch Bitcoin und durch die Begegnung mit der Österreichischen Schule, wieder zu dem zurückfinden konnte, was ich als Kind selbstverständlich gewusst hatte. Heute kann ich sagen, dass ich die Werte, mit denen ich aufgewachsen bin, wieder als tragend erkenne und dass ich in der Beschäftigung mit ökonomischen Klassikern eine Sprache für sie gefunden habe. Es war ein langer Weg, und er war nicht immer angenehm. Aber er war notwendig, und ich bin dankbar, dass er möglich war.

Bagus' Vortrag Javier Milei und der Kulturkampf, den ich auf der Mises-Konferenz im Oktober 2025 erleben durfte, hat etwas in eine Form gebracht, das ich bis dahin so nicht gesehen hatte. Bagus beschäftigt sich darin mit der Frage, wie sich kulturelle Stimmungen in einer Gesellschaft bilden und verändern. Er greift dabei auf Denker wie Antonio Gramsci, auf die Frankfurter Schule mit Adorno, Marcuse und Horkheimer, und auf den Klassiker Étienne de La Boétie aus dem sechzehnten Jahrhundert zurück. Bagus zeigt, wie Begriffe, Erzählungen und Selbstverständlichkeiten in einer Gesellschaft nicht zufällig entstehen, sondern in einem langen Prozess geprägt werden, an dem Sprache, Bildungseinrichtungen und Medien einen wesentlichen Anteil haben. Und er beschreibt, wie sich in den letzten Jahrzehnten die Gewichte verschoben haben, weg von einem Bild des Einzelnen, der für sich selbst sorgt, hin zu einem Bild, in dem der Staat eine immer größere Rolle übernimmt. Es ist eine Analyse, die ich für klärend halte, ganz gleich, wie man die Entwicklung im Einzelnen bewertet.

Diese Konferenz war für mich ein besonderer Tag. Es war die 13. Konferenz des Ludwig von Mises Instituts Deutschland, sie fand am 11. Oktober 2025 im Hotel Bayerischer Hof in München statt, der Titel lautete Die Freiheitsrevolution in Argentinien – Eine Blaupause für den Westen. Ein langer Tag, von zehn Uhr morgens bis achtzehn Uhr. Begrüßung durch Thorsten Polleit und Andreas Tiedtke. Eröffnungsvortrag von Philipp Bagus, von dem ich gerade gesprochen habe. Norbert Bolz, der Medienwissenschaftler und langjährige Professor an der TU Berlin, mit einem Vortrag über das Verhältnis von politisch-medialer Elite und wirtschaftlichem Denken. Ivan Dubois über die Reformen des argentinischen Ministers für Deregulierung Federico Sturzenegger und über die Frage, warum sich Marktprozesse nicht zentral planen lassen. Stephan Ring über die wirtschaftspolitischen Reformen Mileis und die Frage, was davon auf europäische Verhältnisse übertragbar wäre. Am Ende des Tages ein Panel mit allen Referenten, moderiert von Andreas Tiedtke.

Eigentlich hätte an diesem Tag ein weiterer Programmpunkt stattfinden sollen. Javier Milei, der argentinische Präsident, war eingeladen, um den Gedächtnispreis zu Ehren Ludwig von Mises entgegenzunehmen. Wenige Tage vor der Konferenz musste er absagen. Die Zwischenwahlen in Argentinien standen bevor, der Wahlkampf brauchte ihn vor Ort. Die Preisverleihung wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Im Nachhinein hatte das einen eigenen Wert. Die Vorträge bekamen mehr Gewicht, weil sie nicht von der Anwesenheit der einen großen Figur überstrahlt wurden. Es waren die Ideen, die im Zentrum standen, nicht eine Person.

Was mir an diesem Tag im Gedächtnis geblieben ist, ist die Atmosphäre. Ein voller Saal, eine Mischung aus Akademikern, Unternehmern, Journalisten, Studenten, älteren Stammgästen des Instituts und vielen, die das Thema aus eigener Anschauung bewegt. Menschen aus unterschiedlichen Welten, die an diesem Tag in München zusammenkamen, weil sie sich für dieselben Fragen interessierten. Die Vorträge griffen ineinander auf eine Weise, die aus der Sache kam. Bagus hatte den größeren Rahmen gesetzt, Bolz das Verhältnis von medialer Öffentlichkeit und Wirtschaftsdenken beleuchtet, Dubois und Ring den argentinischen Fall konkret untersucht. Was sich am Ende abzeichnete, war weniger ein Programm als eine Frage, die sich nicht auf ein Land beschränkt. Wie verhalten sich Freiheit, Eigentum und Wahrheit zu der Ordnung, in der wir leben, und unter welchen Bedingungen können sie eine ordnende Kraft sein?

Ich hatte an diesem Tag das besondere Vergnügen, neben Joana Cotar zu sitzen. Sie ist ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages, hat das Buch Inside Bundestag geschrieben und gehört zu den ganz wenigen Stimmen im deutschen Politikbetrieb, die Bitcoin und seine Bedeutung verstehen und öffentlich vertreten. Wir sprachen über Bitcoin, über die Mises-Tradition, über die Situation in Deutschland. Es waren genau die Gespräche, die solche Tage so wertvoll machen. Nicht die großen Inszenierungen, sondern die ruhigen Worte zwischen den Vorträgen, an denen man merkt, dass man nicht allein ist mit dem, was man denkt.

Neben Mises, Hayek, Rothbard, Polleit, Tiedtke und Bagus haben mich auf meiner Reise auch andere Stimmen begleitet. Roman Reher, den ich schon im vorherigen Kapitel als Blocktrainer erwähnt habe, ist über die Jahre eine wichtige Quelle geblieben. Im internationalen Raum waren es Stimmen aus der Cypherpunk-Tradition, die mich vor allem deshalb interessiert haben, weil sie die historische Brücke schlagen zwischen der freiheitlichen Denkschule und dem, was später technisch in Bitcoin Gestalt angenommen hat. Hal Finney, der erste Empfänger einer Bitcoin-Transaktion überhaupt. Adam Back, der mit Hashcash ein zentrales technisches Element vorweggenommen hat, das später in Bitcoin verbaut wurde. Nick Szabo, der mit Bit Gold in den späten neunziger Jahren schon erstaunlich nahe an dem war, was Satoshi Nakamoto schließlich zusammenfügte. Diese Männer, und einige andere wie Wei Dai mit b-money, sind keine Bitcoin-Erfinder im wörtlichen Sinne. Aber sie sind die geistigen Vorläufer, die in einer kleinen, technisch wie philosophisch hochambitionierten Gemeinschaft, eben den Cypherpunks, jahrelang an der Idee gearbeitet haben, eine digitale Knappheit zu schaffen, die ohne Mittelsmann auskommt. Wir werden ihnen in einem späteren Kapitel noch einmal begegnen, wenn es um Bitcoin als Konsequenz dieser Vorarbeiten geht.

Wenn ich heute, am Ende dieses Kapitels, zusammenfassen sollte, was die Österreichische Schule für mich bedeutet, dann fasse ich es mit zwei Sätzen. Bitcoin steht für die Freiheit des Individuums. Die Österreichische Schule trägt diese Freiheit auf der Ebene des Denkens, der Theorie, der historischen Einordnung, der ökonomischen Logik. Beides gehört zusammen. Beides bedingt sich gegenseitig. Wer Bitcoin praktisch erlebt hat, aber die theoretische Einordnung nicht kennt, hat nur die halbe Geschichte. Wer die Theorie kennt, aber die praktische Erfahrung mit dem System nicht gemacht hat, hat ebenfalls nur die halbe Geschichte. Erst wenn beides zusammenkommt, beginnt das volle Bild sichtbar zu werden.

Damit endet der erste Teil dieses Buches. Wir sind den Weg gegangen vom selbstverständlichen Weltbild über die leise Irritation und die praktische Begegnung bis zu der intellektuellen Schule, die das alles in einen größeren Rahmen stellt. Was nun folgt, ist das System selbst. Geld, der Bruch von 1971, die Frage, was wirklich unverhandelbar ist. Wir verlassen die Phase, in der wir die Welt beobachten, und treten in die Phase, in der wir verstehen, wie sie funktioniert.

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